Projektbeschreibung

Ziele des Projekts

Im Projekt ForDiSens werden Fortbildungsangebote für Lehrer*innen im Bereich Antidiskriminierung (weiter-)entwickelt und untersucht. Dieser Prozess ist durch eine intensive Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis gekennzeichnet, die wir als responsive Anerkennungsforschung verstehen.

Konkret werden die folgenden drei Ziele verfolgt:

  1. In wissenschaftlichen Fallstudien wird ein Verständnis davon entwickelt, wie genau sich Lehrer*innenfortbildungen im Bereich Antidiskriminierung praktisch vollziehen, welche interaktiven Spannungen sich zeigen und wie in Aushandlungen Impulse für Professionalisierungs- und Schulentwicklungsprozesse entstehen. Zudem wird nachgezeichnet, wie sich die Übersetzungsprozesse des Fortbildungswissens in die professionsbezogene und organisationale schulische Handlungspraxis gestalten.
  2. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden für die Innovation und Pilotierung von Fortbildungen genutzt. Die (weiter-)entwickelten Fortbildungsmodule sollen in den drei Bundesländern (Bremen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) verstetigt werden und für Anbieter*innen von Fortbildungen in anderen Bundesländern zugänglich gemacht werden.
  3. Im Forschungs- und Entwicklungsprozess werden Möglichkeiten und Grenzen der Stärkung von Diversitätssensibilität durch Lehrer*innenfortbildungen identifiziert, die auch für zukünftige Konzeptionen von Fortbildungen im Bereich Antidiskriminierung leitend sein können.

Zentrale Fragestellungen

Aus diesen Zielen ergeben sich drei wissenschaftliche Fragestellungen, die das Forschungsvorhaben leiten:

  1. Wie entstehen in Lehrer*innenfortbildungen Impulse zur Stärkung von Diversitätssensibilität auf Ebene von Profession und Schule?
  2. Wie werden diese Impulse von den teilnehmenden Lehrer*innen in eigene Verantwortlichkeiten und in ihre schulische Praxis übersetzt?
  3. Welche Schlussfolgerungen lassen sich für die Stärkung von diversitätssensiblem Handlungswissen ziehen?

Methodisches Vorgehen

Das Projekt ist qualitativ-rekonstruktiv ausgerichtet. Um den genannten Fragestellungen nachzugehen, werden die Fortbildungen teilnehmend beobachtet und audiographiert. Zudem werden Gruppendiskussionen mit teilnehmenden Lehrer*innen geführt.

Die erhobenen Daten werden mit dem Verfahren der Adressierungsanalyse interpretiert. Um der Komplexität des Fortbildungsgeschehens Rechnung zu tragen, werden die unterschiedlichen Datensorten (Beobachtungsprotokolle sowie Transkripte der Fortbildungsaudiographien und der Gruppendiskussionen) zueinander ins Verhältnis gesetzt. Über eine anschließende Abstrahierung von den Analyseergebnissen sollen generalisierbare Einsichten in Möglichkeiten und Grenzen für Professionalisierungs- und Schulentwicklungsprozesse gewonnen werden. Im gesamten Analyseprozess wird eine intersektionale Perspektive eingenommen.