Am 5. Februar 2026 fand ein zweites Treffen des wissenschaftlichen Beirats im Projekt ForDiSens – Fortbildungen zur Stärkung von Diversitätssensibilität statt. Der Beirat begleitet das Projekt kontinuierlich, gibt fachliche Impulse und unterstützt die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Analysen sowie der Fortbildungsansätze.
Wer ist der wissenschaftliche Beirat – und welche Funktion hat er?
Der wissenschaftliche Beirat setzt sich aus Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen zusammen, die das Projekt aus einer externen Perspektive beraten. Aktuell gehören dem Beirat an:
- Prof. Dr. Mart Busche (Alice Salomon Hochschule Berlin)
- Dr. Zhanna Gevorgyan (United Nations Development Programme)
- Dr. David Jahr (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
- Prof. Dr. Francis Seeck (Technische Hochschule Nürnberg)
- Dr. Malte Ebner von Eschenbach (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
Seine zentrale Funktion besteht darin, die inhaltliche und methodische Ausrichtung des Projekts kritisch zu begleiten, Rückmeldungen zu Zwischenergebnissen zu geben, theoretische und methodologische Impulse einzubringen sowie Anschlussfähigkeit an aktuelle wissenschaftliche Debatten sicherzustellen. Der Beirat fungiert damit als wichtiger Resonanzraum zwischen Projektarbeit, wissenschaftlicher Diskussion und Praxisentwicklung.
Einblick in die Sitzung: Spannungsfelder in Fortbildungen
Im Mittelpunkt des Treffens stand die Diskussion erster empirischer Ergebnisse aus dem Projekt. Vorgestellt wurden exemplarische Spannungsfelder diversitätssensibler Lehrkräftefortbildungen, die auf Basis ethnografischer Beobachtungen, Interviews und weiterer Materialien rekonstruiert wurden. Die Analysen fokussieren insbesondere auf Interaktionen in Fortbildungen und unterscheiden drei analytische Ebenen:
- interaktionale Ebene
- professionell-rollenbezogene Ebene
- organisational-strukturelle Ebene
Anhand konkreter Beispiele aus verschiedenen Teilprojekten wurden typische Spannungsfelder diskutiert, etwa:
- zwischen souveränem Umgang mit Hate Speech und sensibler pädagogischer Einzelfallarbeit
- zwischen der Rolle als Lehrende*r und der Einnahme einer Lernendenposition in Fortbildungen
- zwischen normativen Ansprüchen und organisationalen Realitäten im Schulkontext
Diese Spannungsfelder werden im Projekt als nicht auflösbare, sondern im Handeln zu bearbeitende Konstellationen verstanden.
Zentrale Diskussionspunkte und Impulse
Die Beiratsmitglieder brachten vielfältige Rückmeldungen ein, die für die weitere Projektarbeit richtungsweisend sind. Diskutiert wurden unter anderem die konzeptionelle Schärfung des Begriffs „Spannungsfeld“ (z. B. als dynamische, mehrpolige Konstellation), die Frage nach dem Verhältnis von rekonstruktiver Analyse und normativen Perspektiven, methodologische Fragen zur ethnografischen Herangehensweise sowie die Einbindung diskriminierungskritischer Theorien in die Auswertung. Zudem wurde angeregt, die unterschiedlichen Datentypen und methodischen Zugänge im Projekt noch stärker systematisch zu integrieren.
Ausblick
Die Diskussion im Beirat unterstreicht die produktive Rolle externer Perspektiven für die Weiterentwicklung des Projekts. Die eingebrachten Hinweise werden in die weitere Analysearbeit sowie in die Konzeption zukünftiger Fortbildungsformate einfließen. Ein nächster Schritt besteht darin, den Austausch zwischen wissenschaftlichem Beirat, Praxispartner*innen und weiteren Beteiligten weiter zu intensivieren.


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